The Gurgan quietly spoke... This earthquake is but an omen.
The tremors that pulled the Crystals into the earth and brought
forth monsters are nothing compared to the Darkness which is to come...
But, hope is not yet los.
Four souls will take up the quest of the Light.
Einleitung
1990 für das NES (alias Famicon) veröffentlicht, war Final Fantasy III der Abschluss von Squaresofts 8-bit-Saga. Obwohl nie
außerhalb Japans erschienen, gilt dieser Teil der FF-Reihe nach wie vor als eines der besten und angesagtesten NES-Spiele aller Zeiten.
Zwar wollte Square den Titel ursprünglich auch in Amerika veröffentlichen, jedoch machte Nintendo diesem Vorhaben lizenzmäßig einen
Strich durch die Rechnung.
Darum muss man heute in den meisten Fällen auf einen Emulator zurückgreifen, um diesen verlorenen Klassiker, diese
Perle des RPG-Genres noch einmal auf dem heimischen Rechner genießen zu können. Möglich machen dies zahlreiche Fan-Übersetzungen,
von denen sich jedoch nur eine als die Einzig Wahre herauszukristallisieren vermochte.
Nachdem für das Jahr 2002 sogar ein Remake von Final Fantasy III für den Wonderswan Color angekündigt war, dieses
jedoch kurzfristig von Square auf Eis gelegt wurde, erwartet man nun eine weitere Neuauflage für den Nintendo DS, die
im nächsten Jahr (2006) erscheinen soll und komplett in 3D gehalten ist.
Story
Größtes Manko des Spiels ist - neben dem verflucht hohen Schwierigkeitsgrad - die ebenso flache wie stumpfsinnige Storyline.
Final Fantasy III beginnt ohne großes Intro oder sonst näher erläuterte Vorereignisse irgendwo tief in einem Dungeon. Vier
tollkühne Jungspunde aus dem naheliegenden Dörfchen Ur hatten sich in die Berge begeben, um ihren unersättlichen Mut unter
Beweis zu stellen. Plötzlich bebt die Erde und reißt die vier Abenteurer in die Tiefe.
Doch nicht nur sie werden von der Erde verschlungen. Auch die vier elementaren Kristalle, von denen das weltweite
Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit ausgeht, geraten durch das Beben unter die Erde. Monster entweichen aus
ihren Katakomben und machen sich auf der Außenwelt breit.
Die vier Helden durchforsten die unterirdischen Gänge und stoßen schließlich auf einen der besagten Kristalle.
Sie werden zu Kriegern des Lichts (Light Warriors) berufen, mit der Aufgabe, die drohende Dunkelheit zurückzudrängen
und neue Balance zwischen Hell und Dunkel, Gut und Böse, Licht und Schatten zu schaffen. Mithilfe des Kristalls erlangen
sie die Künste von Schwertkampf; Schwarz- und Weißmagie.
Nach und nach erfahren die Krieger mehr über ihre Bestimmung und werden näher mit den Hintergründen ihres Planeten vertraut.
So wird ihnen auch schnell klar, gegen wen bzw. was es für sie zu kämpfen gilt.

In Final Fantasy III wusste sich der Held noch kurz zu fassen... ;) |
Grafik
In Sachen Aussehen und Technik war Final Fantasy III nicht nur seinen Vorgängern, sondern auch den meisten seiner
8-bit-Konkurrenten weit voraus. Die Macher der Serie scheuten gewiss keinen Aufwand, die NES-Saga von Final
Fantasy so fulminant wie nur möglich abzuschließen.
Im Großen und Ganzen darf man sagen, Square habe das Leistungsvermögen des NES voll ausgereizt. Die Welt wirkt
rundum sehr farbenfroh. Monster- und Charaktersprites erhielten mehr Details gegenüber den Vorgänger-Spielen und
traten während des Spiels in verschieden colorierten Versionen auf.
Kämpfe spielten sich nach wie vor auf einem schwarzen Hintergrund ab. Lediglich ein kleines Hintergrundbild am
oberen Bildschirmrand zeigte an, ob der Kampf gerade auf dem Land, in einer Höhle oder im Schloss stattfand.
An den Kampfanimationen gab es kaum etwas zu bemängeln. Jede Jobklasse hatte seine eigenen Bewegungen und jeder
Zauberspruch funkelte, blitzte und strahlte auf seine eigene süße Art und Weise.
Kampfsystem
Mit seinem neuartigen Job-System gab Final Fantasy III den entscheidenden Anstoß für spätere Episoden wie FF5, FFT und
FFX-2, die allesamt das individuelle Training der Charaktere durch Zuweisung von Berufen, sogenannten Jobs, ermöglichten.
Beginnt man das Spiel noch als neutrales "Onion-Kid", werden im Laufe des Spiels immer mehr Berufsklassen verfügbar,
in denen man seine Charaktere beliebig (mehr oder weniger) ausbilden kann. Dazu zählen z.B. klassische Jobs wie Krieger,
Zauberer und Beschwörer, die jeweils für sich ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen besitzen.

Verschlossen? Man nehme einen Magic Key oder die Handfertigkeiten eines Diebes. |
Insgesamt gibt es bis zu 22 verschiedene Job-Klassen, die man seinen Charakteren zuweisen kann. Davon sind einige
recht brauchbar, andere absolut lebensnotwendig, und wiederum andere einfach nur nutzlos.
Sammelt man in seinem Job Erfahrung, steigt der persönliche Skill-Level für diese Berufsklasse, wodurch der Anwender u.a.
mehr Schläge in einem Zug ausführen kann.
Je höher dieser Skill-Level ist, umso günstiger fällt der Wechsel zu einer verwandten Jobklasse aus. Damit nämlich
Jobs gewechselt werden können, benötigt der Kämpfer ausreichend "Capacity Points" (CP), welche - genau wie Gold und
Erfahrungspunkte - vom Gegner hinterlassen werden.
Will man von einem konventionellen Beruf wie Warrior zu einem magisch angelehnten Job wechseln, ist der Tarif besonders
hoch. Es hängt also vom aktuellen Beruf, vom gewünschten Beruf und vom jeweiligen Skill-Level in diesen beiden Berufen
ab, wie hoch die Transferkosten sind. Unter den richtigen Umständen kann ein Wechsel auch vollkommen umsonst sein, d.h.
es werden keine CP verbraucht.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal unter den Jobklassen ist das Equipment. So kann ein Warrior z.B. keine Zauberstäbe
benutzen, während Magier aber auch nicht in der Lage sind, die schweren Rüstungen des Warriors zu tragen. Insgesamt gibt
es Ausrüstungsgegenstände für Kopf, Leib, Arm und die Hände. Letztere lassen sich wahlweise mit Waffe oder Schild
bestücken, je nach dem, ob der Charakter eher offensiv oder defensiv kämpfen soll.
Sicher ist diese Urform des Job-System noch recht beschränkt, was Auswahl und Fähigkeiten der Jobs betrifft,
jedoch raubt dies dem Spiel nicht an Abwechslungsvermögen und Intelligenz. Final Fantasy III bietet nichts
desto trotz eine breite Vielfalt von taktischen Handlungs- und Kombinationsmöglichkeiten.

Der fette Chocobo lagert überschüssige Items, wenn das eigene Inventar zu voll wird. |
Mit Zaubersprüchen verhält es sich in Final Fantasy III ähnlich wie später in Final Fantasy VII und Suikoden.
Angriffszauber, Support-Magie und erstmals auch Beschwörungen können in Geschäften erworben und den Charakteren
beliebig zugeordnet werden.
Unterteilt wird das Zauberarsenal eines jeden Charakters in acht Stärkestufen à drei Zaubersprüche. Insgesamt
kann ein Kämpfer also bis zu 24 verschiedene Zauber tragen. Die zur Anwendung notwendigen MP gibt es hier
jedoch nicht im klassischen Sinne. Abhängig vom Level und vom Job des Charakters, stehen ihm für jede der
acht Stärkestufen nur eine gewisse Anzahl von MP zur Verfügung, sodass er beispielsweise 13 Zauber der ersten
Stufe, 6 Zauber der zweiten Stufe und 2 Zauber der dritten Stufe anwenden kann. Sind die MP aufgebraucht, muss
man entweder in einem Gasthaus übernachten oder ein kostbares Elixier konsumieren, um die Zauberkräfte wieder aufzufrischen.
Kleine, aber bedeutsame Revolution im Kampfsystem war die Behebung eines lästigen Bugs (wenn man es so nennen darf)
aus früheren FF-Episoden. Hat man da noch einen Gegner angegriffen, der bereits durch vorangegangene Aktionen der
Mitstreiter gekillt wurde, schlugen die nachfolgenden Angriffe kurzerhand ins Leere. In FF3 werden solche Attacken
erstmals auf einen der verbleibenden Gegner umgeleitet, im Falle, dass das ursprüngliche Ziel bereits erledigt ist.
Ärgerlich ist jedoch der "Run"-Befehl, mit dem man aus Gefechten fliehen kann. Dadurch fällt die Abwehrkraft des
Anwenders auf 0, was ihn wehrlos gegen jedwede Art von Angriff macht. Dies ist insofern ärgerlich, weil die Flucht
nicht immer auf Anhieb klappt und unter Umständen noch viel schneller zum Tod führen kann, als wenn man normal weitergekämpft hätte... ;)

Manche Dungeons lassen sich nur im Mini-Zustand durchqueren. |
Abschließend sei noch die interessante Möglichkeit erwähnt, das Equipment der Charaktere unmittelbar während des
Kampfes ändern zu können. So kann z.B. ein Ninja nacheinander zwischen Schwertern und Wurfsternen wechseln, ohne
vorher den Kampf beenden und ins Menü gehen zu müssen. Zwar wird man während das Spiels nicht allzu oft davon
Gebrauch machen, jedoch kann das im Notfall doch sehr hilfreich sein.
Musik & Sound
Der Soundtrack ist schlicht atemberaubend! Nobuo Uematsu hat das sonst für NES typische Blipp- und Bleep-Gedudel
geschickt umgangen und nahezu alle verfügbaren Instrumente des Famicon-Soundchips voll ausgereizt. Bosskämpfe haben
endlich ihre eigene Melodie bekommen und auch die klassische Siegesfanfare feiert in FF3 ihren Einstand. Insgesamt
trifft Uematsu einfach fast immer perfekt die Situation, egal ob's gerade düster und bedrückend oder heiter und
fröhlich ist. Definitiv besser als etwa im Vorgänger!
Gameplay
Was Final Fantasy III erst zum Toptitel macht, ist das unschlagbar innovative Gameplay, welches eine Reihe von
zukünftigen Traditionen innerhalb der Serie einleitet. Da wird es fast schon zur Nebensache, dass die Spielfiguren
NULL Persönlichkeiten besitzen und, wenn überhaupt mal, nicht mehr als einen Satz am Stück sprechen. Selbst die
zahlreichen Nebenfiguren, welche euch ab und an auf eurer Reise begleiten, scheinen mehr Charakter zu besitzen als alle
vier Protagonisten zusammen.

Mit den richtigen Jobs ist jeder Gegner zu packen! |
Die Steuerung des Spiels ist schnell erlernt. Außer den Tasten für [Bestätigen], [Abbrechen] und [Menü] wird man höchstens
mal auf SELECT drücken, um den Gruppenführer zu wechseln, z.B. damit ein Dieb verschlossene Türen öffnen kann. Mehr Knöpfe
hat ein NES-Controller ja auch gar nicht zu bieten... ;)
Auf der Oberwelt besticht Final Fantasy III durch sehr viel mehr und vor allem deulich originelle Schauplätze,
verglichen zu früheren Episoden. Alles wirkt lebendiger und detailreicher, auch wenn man von einem 8-bit-System
nicht allzu viel zu erwarten braucht.
Man begegnet klassischen FF-Elementen wie Moogles, Chocobos, Kristallen, Luftschiffen (Cid inklusive ^^)
sowie "altbekannten" Summons wie Shiva, Ifrit und Bahamut.
Innerhalb der Städte gibt es viele Leute, die mit einem sprechen, und für einen kurzen Moment der Unterhaltung gibt es
hier und da auch ein Piano, auf dem der Held spielen kann. Überhaupt besitzt Final Fantasy III ein perfekt ausgewogenes
Verhältnis zwischen lustigen und tragischen Spielmomenten, was der Seriösität des Spiels keinen Abbruch tut.
Interessant sind auch die verschiedenen Außenwelten, in denen man sich fortbewegt. Kaum hat man den riesigen schwebenden
Kontinent mit dem Luftschiff verlassen, wird man gleich vom noch größeren Ausmaß der eigentlichen Oberwelt erschlagen.
Später taucht man sogar mit dem U-Boot unter die Wasseroberfläche ab, um versunkene Katakomben ausfindig zu machen.
Schwerwiegender Kritikpunkt ist allerdings das Speichersystem. Außer auf der Weltkarte kann man nirgends seinen Spielstand
absichern, was vor allem in Anbetracht der immer stärker werdenden Gegner und immer länger werdenden Dungeons schonmal zu
großem Frust führen kann, wenn man den Endgegner nicht auf Anhieb schafft und neu laden darf.

Die besten Summons kriegt man nicht geschenkt! |
Lobenswert (aus meiner Sicht) sind hingegen die Spielabschnitte, in denen man mehr oder weniger "gezwungen" wird, die
Jobklasse zu wechseln oder sich in einen Frosch zu verwandeln, um im Spielgeschehen vorankommen zu können. Das ist zum
Teil nicht nur witzig (Zwergendorf), sondern stellt auch die Qualitäten und Besonderheiten mancher Berufe (z.B. Dragoon
oder Mystic Knight) mehr in den Vordergrund.
Das Kapitel der Story erhält dadurch einen individuellen Touch, die Umgebung hebt sich aufgrund ihres besonderen
Handicaps deutlich von herkömmlichen Orten und Dungeons (welche sowieso durch unzählige Geheimwege und
verstecke Abzweigungen bestechen) ab und man lernt Abwechslungsreichtum sowie Situationsvielfalt des Spiels
mehr zu schätzen. Alles in allem bekommt man nie den Eindruck, etwas zweimal zu tun, weil wirklich jeder Abschnitt
des Spiels seine Besonderheiten hat. Da waren die Vorgänger noch wesentlich eintöniger.
Was dem Spieler allerdings ein Frustfaktor werden kann, sind die vereinzelt unglaublich schweren Endkämpfe.
Ohne die richtigen Jobs, angemessenes Equipment und die richtige Strategie hat man im Regelfall nicht den Hauch
einer Chance gegen so fiese Bosse wie Big Rat, Salamander, Garuda, Odin und natürlich die zahlreichen Endgegner
aus dem Schlussdungeon.
Weiterer Frustfaktor von Final Fantasy III ist das winzig kleine Inventar, das nur eine begrenzte Menge an
Gepäck zulässt. Alle überschüssigen Items, Rüstungen, Waffen und Zaubersprüche müssen entweder weggeworfen oder
im riesigen Schlund des "Fat Chocobos" gelagert werden, welcher in jedem Chocobowald mithilfe einer Karotte
angelockt werden kann.
Und leider wird man viel zu oft mit einem überfüllten Inventar konfrontiert sein, vor allem wenn man die
Jobklasse wechseln möchte. Dazu muss nämlich vorher sämtliches Equipment des Charakters abgelegt werden,
was bis zu 5 Plätze im Inventar beanspruchen kann, die man nicht immer zur Verfügung stehen hat. Dadurch
lernt man jedoch schnell, überflüssige Items instinktiv und rechtzeitig rauszuwerfen, bevor sie wertvollen
Platz wegnehmen.

Ein gut trainiertes Team gegen Spielende... |
Fazit
Final Fantasy III ist ohne Frage der angenehmste, modernste und mithin beste Teil von Squares 8-bit-Trilogie! Lasche Dialoge,
schwache Story und quasi leblose Hauptfiguren werden durch ein Gameplay entschädigt, das in Sachen Qualität, Innovation,
Präsentation, Feeling und Abwechslungsreichtum definitiv seinesgleichen sucht.
Es ist schlicht eine Schande, dass dieser Klassiker; dieses Prachtstück; dieser Meilenstein der FF-Reihe niemals offiziell in
Amerika oder gar hier bei uns in Europa erschienen ist. Wer diesen Teil nie gespielt hat, verpasst so vieles, was erst
durch FF3 zur Tradition der Serie wurde.
Zugegeben: Dieser Teil fordert extremes Durchhaltevermögen und sehr viel Geduld. Die Kämpfe sind schwer, das
Training ist hart. Aber hat man sich erstmal im neuartigen Job-System eingefunden und die Stärken und Schwächen
der Berufe kennengelernt, wird man umso mehr Freude daran haben, die Kombinationsvielfalt des Spiels zu erforschen.
Und man wird staunen, wie leicht die Bossgegner doch sein können, wenn man erstmal die richtige Taktik ausfährt.
"Nur nicht aufgeben!" lautet hier allzu häufig die Devise. ;)
Das Spiel besticht auf ganzer Linie durch Abwechslungsreichtum; tolles, innovatives Gameplay; knallbunte
Grafik sowie zahlreiche optionale Quests und Rätsel, die der sonst sehr mageren Story einen feinen Ausgleich tun.
Wer ein Freund klassischer RPGs ist, kein Problem mit veralteter Technik hat und sich auch mit einer kurzen Spieldauer
von "nur" 30 Stunden zufrieden gibt, sollte Final Fantasy III auf jeden Fall mal anspielen. Den echten FF-Fans
sei sowieso ein dringendes Durchzocken dieses Meisterwerks angeraten, bevor das DS-Remake erscheint! Sonst Icks böse... ;)
The End...
beigetragen von !ckS |