Final Fantasy IV Review

von Rudi
„Sweet! Not one, but two babes in the party.“

Im Jahre 1991 wurde die erfolgreiche Final-Fantasy-Serie erneut fortgesetzt. Anfangs noch als ein Famicom- bzw. NES-Spiel konzipiert, entschied man sich dann, Final Fantasy IV doch für das Super Famicom bzw. SNES herauszubringen, was man der Grafik ganz gut ansieht.

Trotzdem war FF4 einer der innovativsten Titel der damaligen Zeit. Denn das bekannte Active-Time-Battle-System (ATB) wurde eingeführt und blieb lange Zeit in der Serie. Mehr dazu dann weiter unten.

FF4 war nach FF1 das erste FF, welches wieder außerhalb von Japan veröffentlicht wurde. Zwar wurde es anfangs nur in den USA unter dem Namen „Final Fantasy II“ herausgebracht und da auch nur als „Easy-Type“-Fassung, eine entschärfte Fassung des Originals mit sanfteren Gesprächen, weniger Items und Zaubersprüchen, leichteren Bosse und sogar einigen zensierten Szenen, wovon aber immerhin die Import-Fans profitieren konnten.

Jahre danach wurde das unzensierte FF4 als Teil der FF Chronicles“ zusammen mit Chrono Trigger in den USA veröffentlicht. Im Jahr 2002 erschien FF4 zusammen mit FF5 schließlich auch hier in Europa als FF Anthology“. Zuletzt folgten u. a. Umsetzungen für GBA und Nintendo DS.

Zwar sehr spät, aber immerhin. Auch wir bekamen die Original-Version, die ein schönes FMV-Intro spendiert bekam. Die Tradition, jedem Teil eine komplett neue Story mit neuen Helden und Welten zu geben, wurde nicht gebrochen.


Story

Daher führt uns die Story ins Königreich Baron. Der früher nette König befiehlt seinen Schergen weltweit Kristalle für ihn zu stehlen. Keiner weiß, was er damit bezwecken will. Cecil, eine wichtige Führungskraft des Reiches und der Luftflotte „Red Wings“, war hautnah dabei, als einer der Kristalle gestohlen wird und kommt gerade nach Hause, wo er dem König gegenüber indirekt zeigt, dass er die Nase voll davon hat, Unschuldige zu töten.

Der König wird wütend und schickt Cecil zusammen mit seinem besten Freund Kain, einem Dragoon (Drachenritter), welcher auch der größte Rivale von Cecil ist, in ein entlegenes Dorf, um ein Geschenk zu überbringen. Die beiden machen das natürlich gerne, doch im Dorf angekommen stellt sich heraus, dass das Geschenk in Wirklichkeit eine Waffe ist, die das ganze Dorf vernichtet.

Eine riesige Verschwörung scheint im Gange zu sein und nun ist es an Cecil, herauszufinden was das Königreich vorhat und vor allem warum es das macht. Dazu verbündet sich Cecil, der anfangs ein von Hass zerfressener Dark Knight ist und im Laufe des Spiels zum strahlenden Helden wird, mit insgesamt elf Charakteren, um die Bedrohung, die nicht von dieser Welt stammt, zu bannen.


Grafik

Wie oben erläutert, wurde FF4 anfangs ja für das NES geplant. Daher ist die Grafik nicht sonderlich schön geworden. Es sieht praktisch aus wie ein NES-Spiel, das mit der größeren Farbpalette des SNES bearbeitet wurde.

Auch die Sprites sehen im Feld- und Weltkartenmodus aus wie einem NES-Spiel entnommen, also sehr winzig, aber liebenswürdig. Im Kampfmodus sehen die Figuren schöner und größer aus. Das grafisch wuchtigste Element sind die Summons (beschwörbare Monster) und deren Attacken – also wie auch in späteren Teilen. Im Großen und Ganzen ist die Grafik auch für die Verhältnisse von 1991 nur befriedigend.


Musik

Bei der Musik sieht es da ganz anders aus. Obwohl es sich um alte MIDI-Klänge handelt, konnte sich Nobuo Uematsu wie gewohnt nicht mit Ohrwürmern zurückhalten. Ein sehr facettenreicher Soundtrack entstand, der auch heute noch neben FFX und Co. bestehen kann. Vor allem das Battle Theme ist gelungen. Also wird musikalisch die gewohnte erste Klasse geboten.


Gameplay

Es wäre ja beim Alten geblieben, wenn da nicht das ATB-System wäre. Wenn der Zufallskampf beginnt, vergeht ein bisschen Zeit bis man erst einmal den Kampfbefehl geben darf. Nach der Attacke vergeht bis zur nächsten Auswahl wieder etwas Zeit. Während dieser Zeit können die Monster der maximal fünfköpfigen Gruppe schon gehörig Schaden zufügen.

Übrigens ist die Anzahl der aktiven Kämpfer (fünf) bis heute einzigartig in der FF-Serie – denn es ist die höchste Zahl. Im Vergleich zu den Teilen, in denen man maximal drei Charaktere steuern kann, hat man in FF4 viel mehr Spielraum.

Dann wären da noch die Summons erwähnenswert. Ihr Debüt feierten sie in FF3 und in FF4 kehren sie zurück und wurden besser in die Story einbezogen. Ansonsten läuft alles nach gewohnten Regeln ab: Ihr erforscht große Dungeons, erledigt Einkaufsbummel in Städten, wo ihr auch durch Gespräche mit Einwohnern mehr Überblick über angefallene Geschehnisse bekommt, und kämpft euch durch eine Armee von Monstern hindurch. Ein sehr schönes Spielsystem.


Fazit

Meine Meinung zu FF4: Sehr gut! Ich liebe diese Bitmapgrafiken mitsamt ihren niedlichen Bewohnern. Doch auf Grafik kommt es bei RPGs sowieso nicht an. Dafür sorgen die gelungene Musikuntermalung und die hervorragende, spannende Story für eine tolle Atmosphäre.

Auch das Charakterdesign ist super. Man spielt einen Helden, der eigentlich nur von Selbstzweifel zerfressen ist und nicht weiß, was gut oder nicht gut ist. Doch dann wird er zu einem Helden, der seinesgleichen sucht. Die anderen Charaktere haben auch detaillierte Schicksale, wenngleich ein paar unnütze Figuren dabei sind.

Außerdem verfügt FF4 über eine schöne Zahl an Secrets. Der vierte Teil bietet somit alles, was man sich von einem guten RPG wünschen kann. Und heutzutage, wo es in verschiedenen Ausführungen für zahlreiche Systeme zu haben ist, sollte jeder zugreifen.