Suikoden Review

von invincible Lilly und -=kama=-
„Even at his most powerless, man’s existence is never without meaning.“

Das 1995 von Konami veröffentlichte Suikoden war eines der ersten RPGs für die PlayStation und gleichzeitig Start der bekannten RPG-Reihe. Die Geschichte beginnt in der Hauptstadt des Scarlet Moon Empire, Gregminster. Der Held der Geschichte ist der heranwachsende Sohn eines der angesehen fünf Generäle des Imperiums, Teo McDohl.

Als dieser zu einem diplomatischen Einsatz an der Nordgrenze aufbricht, stellt er seinen Sohn in den Dienst von König Barbarossa, wo er bereits kleinere Aufträge erfüllen darf, um in die Rolle des Nachfolgers seines berühmten Vaters hineinzuwachsen.

Doch bereits nach den ersten Botengängen im imperialen Auftrag merkt der junge McDohl, dass im Reich des Scarlet Moon Empire nicht alles mit rechten Dingen zugeht und ehe er sich versieht, wird aus dem treuen Diener ein politischer Gejagter.

Nach und nach lüftet sich der Schleier um Korruption, Betrug und Machtgier und im Laufe des Abenteuers schließen sich dem Protagonisten zahlreiche weitere Weggefährten an. Dadurch wächst die anfangs kleine Gruppe zu einer mächtigen Widerstandsbewegung heran, die sich unter der Führung des jungen McDohl dem Imperium entgegenstellt.


Gameplay

Im Laufe des Spiels gilt es die 108 „Stars of Destiny“ zu finden und zu rekrutieren. Einige davon können durch den Storyverlauf, andere müssen durch kleinere Nebenquests entdeckt werden. Der Großteil dieser Stars sind spielbare Charaktere, andere übernehmen wichtige Aufgaben als NPC wie z. B. Shop, Handwerk oder Lager. Das Schloss der Rebellen, anfangs eine alte Ruine, entwickelt sich durch die Fortschritte des Spielers zu einem imposanten Stützpunkt.

In Gefechten sind bis zu sechs Personen gleichzeitig vertreten. Das rundenbasierte Kampfsystem wird durch die Reichweite der Waffen geprägt. Es gibt Waffen mit kurzer, mittlerer und langer Reichweite, die die Positionierung des Trägers innerhalb der zweireihigen Kampfformation bestimmen. So haben Bogenschützen beispielsweise „L-Waffen“ und können aus der hinteren Reihe alle Gegner angreifen. Schwertkämpfer können mit ihren „S-Waffen“ aufgrund ihrer geringen Reichweite nur in der vorderen Reihe agieren.

Zusätzlich zu normalen Attacken gibt es Spezialangriffe, die die Charaktere durch das Anlegen verschiedenster Runen ausführen können, sowie Zaubersprüche durch Magie-Runen und kombinierte Attacken mehrerer Charaktere. Die Unite-Attacks sind sehr vielfältig, manche treffen einen Gegner besonders hart und andere treffen sogar alle Gegner.

Jedoch hat jeder Charakter nur eine Waffe zur Verfügung – die durch Schmieden stärker wird – und kann bis zu drei Rüstungsteile und Accessoires anlegen, welche teilweise die Statuswerte beeinflussen. Schildträger haben ein Rüstungsteil mehr zur Verfügung.

Das Aufleveln in Suikoden ist denkbar einfach: Jeder neue Story-Abschnitt bringt Gegner mit höherem Level mit sich, welche sich nicht nach dem Level der Spielercharaktere richten. Dies hat zur Folge, dass man beim Betreten eines neuen Gebietes stets mit fordernden Gegnern konfrontiert wird, die einem jede Menge Erfahrungspunkte spendieren. Dadurch passt sich das Level der Charaktere sehr schnell an und dem Spieler werden stupide und langwierige Auflevel-Orgien erspart. Auch stark vernachlässigte Charaktere erreichen dadurch sehr schnell den Erfahrungsstand ihrer Teamkameraden.

Neben den normalen Kämpfen gibt es in Suikoden an besonderen Stellen groß angelegte Schlachten, sog. „Major Battles“, in denen der Spieler die Kontrolle über eine ganze Armee übernimmt. Eine weitere Besonderheit sind Mann-gegen-Mann-Duelle, die nach dem einfachen „Stein-Schere-Papier“-Prinzip ablaufen. Durch diese Mischung wird genügend Abwechslung geboten, die das Spielgeschehen auflockert.

Für kurzweilige Unterhaltung finden sich im Schloss der Rebellen zahlreiche Mini-Spiele sowie Bücher, die das Wissen über die Spielwelt von Suikoden erweitern.


Grafik & Sound

Optisch gehört Suikoden auf der PlayStation eher zur unteren Mittelklasse, wozu die teilweise recht farbarmen Dungeons sowie die hölzernen Lauf-Animationen der Figuren beitragen. Dennoch wurde die Spielwelt insgesamt sehr liebevoll und detailreich umgesetzt – auch die gut animierten Kampfszenen erfreuen das Spielerauge. Wenn man seine Ansprüche an zeitgemäße Grafik nicht allzu hoch ansetzt, weiß Suikoden somit durchaus zu gefallen.

Der Soundtrack gehört hingegen immer noch zu einem der besten, die das Genre zu bieten hat. Von nerviger Düdelmusik bleibt man hier weitgehend verschont und viele der Stücke sorgen in dramatischen Szenen für eine packende und mitreißende Atmosphäre.


Fazit

Trotz der veralteten Technik und der für ein Rollenspiel recht kurzen Spieldauer bietet Suikoden reichlich RPG-Spaß und stellt den gelungenen Startschuss für eine großartige Spieleserie dar.

Hinzu kommt der Sammelfaktor durch das Rekrutieren der 108 Stars, wodurch sich – wenn man denn anstrebt, sie alle zu finden und zu nutzen – die Spieldauer um einiges verlängert.

Vor allem ist Suikoden ein Rollenspiel, das einfach Spaß macht, besonders wenn man alle Teile der Reihe nach spielen möchte, da man in diesem Fall die Möglichkeit hat, seine Spielstände in den Nachfolger zu übernehmen. Dies sorgt dafür, dass man als Spieler immer tiefer in die Spielwelt und Handlung hineingezogen wird und die Charaktere immer mehr ins Herz schließen kann.