Kingdom Hearts II Review

von Pence
„There’s no knowledge that has the power to change your fate.“

Kingdom Hearts II ist der zweite Hauptableger der Serie und spielt ein Jahr nach „Chain of Memories“. Angekündigt wurde das Spiel auf der Tokyo Game Show 2003.

Nach knapp drei Jahren erschien das Spiel im Dezember 2005 in Japan und im Jahr darauf auch in den USA und in Europa. Das Spiel ist nur für die PlayStation 2 erhältlich. Zu diesem Ableger ist ebenfalls ein „Final Mix“ erschienen.


Story

Nachdem Riku und Mickey in der Dunkelheit zurückgelassen worden sind, machen sich Sora, Donald und der tollpatschige Goofy auf den Weg sie zu retten. Als Pluto mit einem Brief vom König aufkreuzt, haben sie endlich ein Indiz für den Verbleib ihrer verloren gegangenen Freunde. Sie erreichen das Schloss des Entfallens (Storybeginn von „Chain of Memories“).

Diesmal startet man das Spiel nicht mit dem gut gelaunten Sora, sondern mit Roxas in Twilight Town. Mit seinen drei Freunden Hayner, Pence und Olette durchlebt ihr die letzten „friedlichen“ Tage seiner Sommerferien.

Im Verlauf dieser Tage geschehen merkwürdige Dinge, die allesamt mit der Organisation XIII zusammenhängen: Er trifft auf einen alten Bekannten, kann das Schlüsselschwert schwingen, und lernt ein geheimnisvolles Mädchen namens Naminé kennen. Allerdings ist ihm die Erinnerung an diese Dinge ein Dorn im Auge.

Im alten Herrenhaus findet der Showdown statt. Roxas erfährt alles: Die Welt, die er für echt hielt, war es gar nicht, sondern nur eine digitale Illusion. In all seiner Wut zerstört er das Labor. Danach startet der Kampf zwischen guten Freunden: Roxas gegen seinen Freund Axel.

Letztendlich besiegt Roxas ihn und läuft durch einen komischen Gang, wo Donald und Goofy in Kapseln schlafen. Im nächsten Raum trifft er auf eine rote Gestalt und auf Sora. Sora schläft ebenfalls. Mit seinem Schlüsselschwert in der Hand schlägt Roxas auf ihn ein, aber es ist nur eine digitale Projektion.

Seine Sommerferien sind zu Ende, und Sora erwacht nach einem Jahr Abstinenz. Zusammen mit Donald und Goofy macht er sich auf den Weg, seine „gestoppte“ Mission zu erledigen.


Gameplay

Das Gameplay von Kingdom Hearts II ist auf jeden Fall schneller und actiongeladener als das von seinem Vorgänger. Die Steuerung ist dabei dieselbe geblieben. Mit Kreuz kloppt ihr auf eure Gegner ein und zaubert sie vom Bildschirm davon.

Neu dazugekommen sind die Situationskommandos, die (wie der Name schon sagt) in bestimmten Situationen einsetzbar sind. Sie werden durch die Dreieck-Taste ausgelöst. Diese Kommandos verursachen beim Gegner heftigen Schaden und entscheiden meistens über den Verlauf der Dinge. Das Situationskommando trifft man sehr häufig, wenn nicht immer, bei den actionreichen Bosskämpfen. Diese sind notwendig um bestimmte Phasen zu beenden und im Kampf weiterzukommen.

Einige Zauber haben sich von der Darstellung her verändert, z. B. ist „Feuer“ jetzt Feuerwirbel und macht damit einen schönen Flächenschaden. Wie gehabt kann man mit dem Befehl „Rufen“ auch wieder starke Freunde in den Kampf bestellen, die mit zunehmendem Level stärker bzw. effektiver werden. Damit die Beschwörung stärker wird, genügt es sie aufzurufen und einige Zeit im Kampf zu behalten.

Neu hinzugekommen ist auch das Kommando „Drive“. Durch die Kraft der guten Feen ist die Kleidung von Sora magisch. Im Spielverlauf lernt Sora immer wieder neuen Drive-Formen dazu, z. B. die Helden-Form: Goofy verschwindet, doch dafür kann Sora zwei Schlüsselschwerter gleichzeitig führen.

Also was machen die Drive-Formen? Ihr „opfert“ ein Mitglied eurer Truppe (kann allerdings nur Donald oder Goofy sein, die anderen Mitglieder sind dazu nicht fähig) und Sora bekommt dafür seine Kraft. Je öfter die verschiedenen Drive-Formen eingesetzt werden, umso stärker werden sie mit der Zeit und umso länger halten sie an.

Auch in diesem Teil ist das Gummischiff vertreten. Es hat sich nicht wirklich was geändert. Man kann wie gewohnt Gummischiffe aussuchen, die man benutzen möchte, oder erstellt sich selbst eins. In den Gummischiff-Abschnitten fliegt man durch die Weiten des Weltalls und bekämpft unterwegs die Raumschiffe der Herzlose und der Niemande. Ab und zu ändert sich die Sicht und man bekämpft die Gegner wie in einem Side-Scroller. Am Ende jedes Levels bekommt man eine Bewertung.


Fazit

Kingdom Hearts II übertrumpft seinen Vorgänger nicht zuletzt durch schnelle, abwechslungsreiche, fordernde und vor allem actionreich inszenierte Bosskämpfe, die mit den neu eingeführten Situationskommandos definitiv frischen Wind ins alte Kampfsystem bringen.

Das Disney-Universum wurde erstklassig umgesetzt und lässt die Atmosphäre der Filme richtig aufblühen. Die Synchronisation ist grandios gelungen, das liegt natürlich daran, dass man auch hier wieder die Originalsprecher von Disney ins Haus geladen hat. Aber auch die Charaktere von Square Enix sind gelungen und tragen zur dichten Atmosphäre von Kingdom Hearts II bei.

Ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht, und definitiv das schnellere, flüssigere und bessere Kingdom Hearts, das viele Unannehmlichkeiten des Vorgängers ausgemerzt hat. Wer auf actiongeladene und unkomplizierte Action-Rollenspielkost steht, liegt bei Kingdom Hearts II richtig – sogar wenn der erste Teil nicht gefallen hat. ;)